Mittwoch, 24. Oktober 2007

Als Graue Energie wird die Energiemenge bezeichnet, die für die Herstellung, Transport und Lagerung (inkl. aller Vorprodukte) sowie die Entsorgung eines Produktes benötigt wird, im Gegensatz zum direkten Energieumsatz bei dessen Anwendung.
Gelegentlich bezeichnet der Begriff auch die zur Erbringung einer Dienstleistung umgesetzten Energiemenge, ebenfalls unter Einschluss der gesamten Vorprodukte.
Im Fall von Energieerzeugungsanlagen drückt man das gleiche Konzept üblicherweise durch den sog. Erntefaktor oder die Energetische Amortisationszeit aus.
Die Graue Energie kann den direkten Energiebedarf des Produktes in seiner Verwendung im Laufe der Lebensdauer um ein Mehrfaches übersteigen. Dies ist besonders beim Erntefaktor zu beachten.
Das Konzept der Grauen Energie hat vor allem bei der Energieeinsparung aus Gründen des Umweltschutzes eine wichtige Bedeutung. Eine Strategie zur Verringerung des Verbrauches kann darauf abzielen, von mehreren Produktalternativen möglichst diejenige mit dem niedrigsten (angenommenen) Energieverbrauch zu wählen, z. B. Bahn- statt Flugzeugreisen oder lokal produzierte Lebensmittel statt aus fernen Ländern importierte, bzw. solches Verhalten zu fördern.
Graue Energie kann auch mit Hilfe von Importprodukten importiert werden, dies spielt insbesondere dann eine Rolle, wenn energieintensive Produktionsanlagen (z. B. Aluminiumherstellung) ins Ausland verlagert werden. Deutschland kann so seinen Energiebilanz schön rechnen, während der deutsche Konsum energieintensiver Produkte kyototechnisch China angerechnet wird.